Mittwoch, 27. Juni 2012

Spannungskurve des Tagebuch der Anne Frank


Verlauf des Tagebuch der Anne Frank 


Im Tagebuch von Anne Frank zeigt sich die Entwicklung ihrer Person, ihrer Gefühle, ihres Charakteres und der Beziehungen zu den anderen Untergetauchten.
Da ihr immer eine richtige Freundin gefehlt hat, hat sie mit dem Tagebuchschreiben begonnen. Sie nannte ihr Tagebuch Kitty und der ersteEeintrag datiert vom 12. Juni 1942. Anne war ein immer fröhliches und  sehr aufgewecktes Mädchen. Sie sagte jedem ihre Meinung und war auch bei vielen sehr beliebt.
Am Anfang ihres Tagebuches erzählt sie von ihrem Leben, ihrer Familie und den anderen Umständen. Sie bezieht sich auf ihre Freundschaften und Jungen. Sie lebte in einer wohlhabenden Familie und hatte ein normals Leben bis die Nationalsozialisten Niederlande einnahmen.  Nach dem Aufruf an Margot, Annes älterer Schwester, handelt die Familie schnell und zieht in ein  Versteck.
Nachdem Anne mit ihrer Familie und der Familie van Daan in Versteck ist, schreibt sie fast jeden Tag, um sich von der Situation abzulenken. Sie berichtet über jedePerson und erzählt was sie von ihnen hält. Mehrere Tagebucheinträge handeln nur von ihrer Mutter, mit der sie große Probleme hat, da sie sich nicht verstanden von ihr fühlt. Mit ihrem Vater ist das ganz anders. Er ist sehr wichtig für sie und sie redet viel mit ihm und er unterstützt sie sehr. Das Verhältnis zu der Familie van Daan und zu Fritz Dussel ist aufgrund der eingeschränkten Wohnsituation  angespannt. Vorallem Frau van Daan bereitet Anne große Probleme und behandelt Anne als schwarzes Schaf der Untergetauchten. Außerdem gibt es  auch stänidig Auseinandersetzungen mit dem achten Untergetauchten, Herrn Dussel, mit dem sie sich ein Zimmer teilen muss.
Was ihr fehlt, sind richtige Freunde, Abwechslung und  frische Luft. Im Krieg sieht Anne nur Schlechtes und er setzt die Bewohner unter Stress und Angst.  Im Verlauf der Jahre im Versteck wird alles schwieriger, vor allem an Essen zu kommen und nicht erkannt  zu werden. Die Abläufe werden zur Routine und allen geht es schlechter. Was ihnen besonders Angst macht, sind die Bombenanschläge und die Gefahr entdeckt zu werden. Jeder muss sich so Verhalten, dass die Nachbarn sie nicht entdecken. Später plagen sie die Probleme, als ihre Helfer krank werden. Dazu kommen noch Einbrüche, die alle Untergetauchten sehr beunruhigen. Aufgrund des Tagebuchcharakters fehlt ein expliziter Spannungsverlauf. Bei den Einbrüchen und der damit verbundenen Entdeckungsgefahr steigt hier der Spannungsbogen an. 
Die Beziehungen zu Frau van Daan und Peter van Daan verändern sich im Laufe der Zeit. Anne verliebt sich in Peter wodurch das langweilige, graue und monotone Leben neuen Wind bekommt. Mit ihm kann sie über alles reden. Mit der Zeit bemerkt sie aber, dass sie sich nur in Peter verliebt hat, weil er der einzige Junge im Versteck war. 

Charakterisierung Anne Frank


Annelies Frank (genannt Anne Frank), ist ein jüdisches Mädchen, die sich mit ihrer Familie und vier weiteren Juden während der Zeit der Judenverfolgung in einem Hinterhaus in Amsterdam versteckt. Während dieser Zeit schreibt Anne ihr berühmtes Tagebuch „Kitty“.
Anne ist während der Zeit, in der sie ihr Tagebuch schreibt dreizehn bis fünfzehn Jahre alt. Sie hat helle Haut ist groß und hat schwarze, schulterlange Haare, die sie die meiste Zeit offen trägt. Ihre Augen sind dunkelbraun. Auf ihrem schmalen Gesicht befinden sich Sommersprossen, außerdem hat sie kleine Grübchen am spitzen Kinn und an den Wangen.
Zu ihrem Vater hat Anne ein sehr gutes Verhältnis, sie liebt ihn über alles. Mit ihrer Mutter streitet Anne sich oft und hat auch sonst ein eher schlechtes Verhältnis zu ihr. Trotzdem ist sie immer nett zu ihr und achtet sie. Ihre Mutter sowie ihre Schwester sieht sie eher als Freundinnen und behandelt sie auch so.
Anne stammt aus einer wohlhabenden Familie. Sie lebt in guten Verhältnissen und ist stets fröhlich und höflich.
Zu ihrem dreizehnten Geburtstag bekommt Anne ein Tagebuch geschenkt. Vorerst berichtet sie nur über die alltäglichen Themen eines Mädchens im Alter von dreizehn Jahren wie zum Beispiel Schule (S.24), Jungen (S.26, S.28) und über ihre Familie. Während der Zeit im Hinterhaus hält sie meist die Ereignisse, ihre Gedanken und Gefühle fest.
Als die Familie Frank dann am 8. Juli 1942 nach einem SS Aufruf untertauchen muss, ändert sich Annes Leben schlagartig. In ihr Versteck dürfen sie nur das Nötigste mitnehmen, zur Außenwelt darf Anne keinen Kontakt mehr haben. Sie leben auf engstem Raum mit der Familie van Daan (Annes Bezeichnung für Familie van Pels) und später auch Herr Dussel (Annes Bezeichnung für Fritz Pfeffer), dürfen nur zu bestimmten Zeiten Wasser laufen lassen und aufs Klo gehen. Dennoch gefällt es Anne in der Wohnung (S.38).
Anne hat viele verschiedene Charaktereigenschaften die sich meist auch widersprechen. Sie ist intelligent, stur, eifersüchtig (vor allem auf ihre ältere Schwester (S.41)) zurückhaltend aber vorlaut, freundlich und gemein. Sie fühlt sich allein und missverstanden und denkt oft an traurige Dinge, wie zum Beispiel „dass [sie] niemals hinaus dürfen, […] dass [sie] entdeckt und dann erschossen werden“ (S.41 Nachtrag). Diese widersprechenden Eigenschaften sind jedoch normal für dieses Alter.
Anne vertraut sich nur ihrem Tagebuch an, weil sie niemand anderen hat, mit dem sie über ihre Gefühle reden kann und weil es für sie einfacher ist zu schreiben als zu reden. Später findet sie auch in Peter van Daan, einem weiteren Bewohner des Hinterhauses, einen treuen Freund, mit dem sie über alles reden kann und der ihr, im Gegensatz zu ihrem Tagebuch, auch antworten und helfen kann.
Anne ist durch die Zeit im Hinterhaus viel reifer und von einem Mädchen zu einer selbstsicheren Frau geworden, auch wenn dieser Weg nicht immer einfach war.
Am 4. August 1944 wird das Hinterhaus von Polizisten gestürmt. Einen Monat später werden Anne und ihre Schwester dann in das KZ Bergen-Belsen deportiert, wo sie schwere körperliche Arbeiten verrichten müssen und im Februar/März 1945 unter der Typhusepidemie sterben.

Das Tagebuch der Anne Frank-Geschichtliche Hintergründe


Das Tagebuch der Anne Frank
Geschichtliche Hintergründe

Als Hitler 1933 an die Macht kam, dauerte es nicht lange, bis erste Benachteiligungen der Juden im Deutschen Reich zu spüren waren: schon am 1.4.1933 wurden jüdische Geschäfte für einen Tag boykottiert.
Die nationalsozialistische Führung erlässt viele Gesetze, wie etwa die Nürnberger Gesetze, die besagen, dass Juden keine Reichsbürger werden können und diese auch nicht heiraten dürfen. Weiter werden im September 1935 alle jüdischen Beamten beurlaubt und wenig später darf kein Jude mehr zur Wahl gehen, und nicht alle jüdischen Kinder dürfen zur Schule gehen. Desweiteren müssen sie ihr Vermögen angeben und bestimmte Berufe sind für Juden verboten (z.B. Makler, Fremdenführer etc.). Deutsche Namen für Juden sind verboten, und wenn, dann müssen die Namen „Israel“ bzw. „Sara“ angenommen werden.
So zog sich die Schlinge immer enger, mit jedem Gesetz ein wenig mehr bis hin zur „Endlösung der Judenfrage“, bei der sämtliche Juden vernichtet werden sollten (Wannsee-Konferenz 1942). Es waren stellenweise auch harmlos anmutende Gesetze, zum Beispiel, dass Juden keine Haustiere halten durften.
Die Familie von Anne Frank wanderte schon 1934 in die Niederlande aus und als die Deutschen diese besetzten und dem Deutschen Reich einverleibten und damit ihren Gesetzen unterstellten, versteckte sich die Familie im Hinterhaus der Sekretärin von Otto Frank, Miep Gies, da Annes Schwester Margot einen Aufruf für die Deportation in ein Arbeitslager erhalten hatte (5. Juli 1942) und tauchten dann für etwas mehr als 2 Jahre dort unter. Zusammen mit ihnen befanden sich dort noch 4 andere Personen, die Familie van Pels und der Zahnarzt Fritz Pfeffer. Über den BBC-Funk hörten sie vom ersten Zug nach Auschwitz und dem Kopfgeld, das auf Juden ausgesetzt wurde.
Am Morgen des 4. August 1944 tauchten die Nationalsozialisten im Haus auf, in dem sich die Juden versteckten. Bislang ist noch nicht geklärt wer das Versteck der Franks verraten hat, da beide Verdächtige zeitlebens die Tat abgestritten haben.
Nach ihrer Verhaftung wurden die Familien und Freunde voneinander getrennt, alle wurden deportiert. Annes Mutter kam in Auschwitz ums Leben, Anne und ihre Schwester starben im März 1945 an Typhus kurz vor der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen am 15.04.1945 durch die Briten. Ihr Vater ist der Einzige aus dem Hinterhaus, der das KZ überlebte. Später veröffentlichte er Annes Tagebuch, um der Welt die schrecklichen Umstände im Leben der Juden während des Nationalsozialismus vor Augen zu führen.

Tagebuch der Anne Frank - Gestaltende Interpretation-Tischgespräch mit allen Beteiligten

Herr van Pels: „Endlich fliegen wieder alliierte Flieger über uns nach Deutschland, das Kriegsende rückt immer näher, bald werden wir frei sein!“
Frau van Pels: „Ich kann deine Freude nicht verstehen, die Nazis werden uns Juden nur noch stärker suchen, wenn ihnen die Zeit davonläuft.“
Anne: „Ach sei doch nicht so trübsinnig, ich freu mich schon drauf, im September wieder in der Schule sitzen zu dürfen!“
Edith Frank: „Anne, bleib doch realistisch, noch hocken wir in diesem Loch und haben kaum etwas zu essen.“
Otto Frank: „Vergesst nicht dass wir unserem Versteck unser Leben verdanken, hier blieben wir bisher von den Nazi Schurken unentdeckt.“
Anne: „Aber wir werden zu Unrecht verfolgt, wir dürfen weder unseren Glauben, noch unsere Würde in diesem Loch hier verlieren!“
Frau van Pels: „Oh Kindchen, was weißt du denn schon von Würde? Noch nichts erreicht und schon so unbescheiden …“
Anne: „Das sagen gerade Sie! Ihr werdet schon sehen was ich noch alles erreichen werde!“
Otto Frank: - schlichtet genervt –„Nun hört doch auf euch zu streiten, das hilft uns wirklich nicht weiter!“
Herr van Pels: - wendet sich an Herr Pfeffer – „Gibt es eigentlich schon Neuigkeiten aus dem Radioempfänger?“
Herr Pfeffer: „Nicht viel, unsere Königin hat uns, dem holländischen Volk in einer Rede Mut zugesprochen …“
Frau van Pels: „Na die hat gut reden, selbst im sicheren Exil und sich dann so aufspielen …“
Herr van Pels: „Ich denke wir haben eine wohlwollende Königin, welche unser Land gut aus der Armut nach dem Krieg führen wird!“
Edith Frank: „Ach die Armut, haben wir doch jetzt schon!“
Anne: „Aber es geht aufwärts, Miep hat neue Lebensmittelmarken bekommen, vielleicht werden wir bald mal wieder richtig satt!“
Otto Frank: „Es ist schön dass wir so verlässliche Helfer haben, ohne sie wären wir aufgeschmissen!“
Edith Frank: „Nur der neue Lagerchef macht mir Sorgen. Bei Voskuijl waren wir sicher, doch der Neue ist von unserem Versteck nicht eingeweiht und schnüffelt immer herum …“
Herr van Pels: - meint beschwichtigend – „Ach um den van Maaren müssen wir uns keine Sorgen machen, der hat doch alle Hände voll zu tun und die Anderen passen schon auf dass er nichts mitbekommt!“
Anne: „Hoffen wir das Beste …“
Margot: „Und was wenn die GESTAPO etwas herausbekommt? Wenn wir verraten werden?“
Peter: „Ja, ist dann unser Schicksal endgültig den Nazis überlassen?!“
Margot: -fängt an zu weinen-
Edith Frank: - wendet sich tröstend an Margot und nimmt sie in den Arm – „Ach Margot, alles wird gut wir sind hier in Sicherheit“!
Edith Frank: -gibt Margot einen Kuss auf die Stirn-
Anne: - wendet sich an ihren Vater- „Schau Papa, siehst du das nicht? Mutter schenkt Margot ihre ganze Liebe, doch ich bin immer nur auf mich alleingestellt!“
Otto Frank: - antwortet ausweichend – „Ist doch gar nicht wahr, wir lieben euch beide.“
Edith Frank: - dreht sich zu Otto und Anne um– „Was ist denn nun schon wieder?“
Otto Frank: „Anne hat nur gemeint, dass sie jetzt schlafen gehen möchte.“
Anne: - steht wutentbrannt auf und ruft mit Tränen in den Augen – „Ihr nehmt mich doch nicht Ernst, ihr nehmt mich doch alle nicht Ernst…“

Dienstag, 26. Juni 2012

Charakterisierung: Anne Frank


Charakterisierung: Anne Frank



Anne Frank (*12. Juni 1929; † März 1945) ist ein jüdisches Mädchen, das nach der Machtübernahme Hitlers, mit ihrer Familie in die Niederlande auswandert. Nachdem die Wehrmacht die Niederlande einnimmt, versteckt sich die Familie Frank ab 1942  mit weiteren Juden im Hinterhaus von Otto Franks Marmeladenfabrik, bis sie im August 1944 von der Geheimpolizei entdeckt wird. Mit Ausnahme des Vaters sterben alle Untergetauchten. Während der Zeit im Hinterhaus schreibt Anne Tagebuch.
In der Zeit, die das Tagebuch abdeckt, ist Anne anfangs etwa 13, am Ende 15 Jahre alt. Sie ist für ihr Alter normal groß und eher schlank. Ihr Haar trägt sie meistens schulterlang; es ist dunkelbraun und lockig. Anne hat ein herzförmiges Gesicht mit einem spitzen Kinn und etwas breiten Wangenknochen. Ihre Augen sind dunkelbraun, Anne hat öfters geschwollene Tränensäcke. Außerdem ist sie immer gut gekleidet und achtet sehr auf ihr Äußeres.
Da die Familie Frank sehr wohlhabend ist und zur gehobenen Mittelschicht gehört, wächst Anne in einer guten sozialen Situation auf; der Vater ist Direktor und Mitgründer einer niederländischen Gesellschaft zur Marmeladenherstellung, die Mutter ist, der Zeit gemäß, Hausfrau. Auch nach der Emigration in die Niederlande lebt die Familie weiterhin gut. Während dieser Zeit besucht Anne zuerst die Grundschule und dann ein jüdisches Gymnasium. Nach der Invasion von 1940 werden die Rechte der niederländischen Juden immer weiter eingeschränkt. Ab diesem Zeitpunkt verschlechtert sich die soziale Situation immer weiter; die Familie muss untertauchen. Nach der Festnahme landen alle Untergetauchten in diversen Konzentrationslagern. Somit hat die soziale Situation ihren Tiefpunkt erreicht.
Annes äußeres Verhalten ist, v.a. vor dem Untertauchen, das eines glücklichen und zufriedenen Menschen. Sie ist fast die ganze Zeit über fröhlich, dies sieht man v. a. auf den zahlreichen Bildern, es geht jedoch auch aus den Berichten von Zeitzeugen hervor. Sie wirkt unbekümmert, ist teilweise auch frech, flirtet mit Jungen und ist auch nach eigenen Angaben, besonders in der Schule, sehr „verschwatzt“ (S.24). Wie sie am Anfang des Tagebuchs berichtet, ist sie in der Schule immer beliebt, macht gern Späße und steht fast immer im Vordergrund. Neben dem Tagebuchschreiben hat Anne auch noch zahlreiche andere Gewohnheiten. Wie schon erwähnt, achtet sie sehr auf ihr Äußeres und ist somit viel mit Kosmetik beschäftigt. Ihr besonderes Interesse gilt Filmen, Büchern und Adelshäusern, über die sie immer gut informiert ist und auch gerne diskutiert. Vor dem Untertauchen unternimmt Anne viel mit Freundinnen, sie bedauert jedoch, dass sie keine „richtige Freundin“ hat. Deshalb schafft sie sich auch ihre fiktive beste Freundin „Kitty“, an die sie ihr Tagebuch schreibt. Anne bewegt sich allgemein auf einem relativ hohen Sprachniveau, sie verwendet nur selten richtige Schimpfwörter, ist jedoch, indem was sie schreibt, nicht, wie sie es selbst nennt, prüde. Allgemein ist Anne ein intelligentes, wenn aber auch oft hartnäckiges und verwöhntes Mädchen mit einem großen literarischen Talent. In ihrer Verhaltensweise ist sie eher konsequent. Jedoch neigt sie dazu, andere Personen sehr hart und subjektiv zu bewerten, was man sehr gut am Anfang des Tagebuches sieht, wo sie eine Beschreibung ihrer Klasse macht (S.15-17), und verhält sich dementsprechend auch teilweise arrogant.
Das psychische  Verhalten von Anne weicht oft sehr von ihrem äußeren Verhalten ab. Besonders gegen Mitte der Zeit im Hinterhaus und gegen Ende weint Anne öfters heimlich und ist unglücklich. In einem Tagebucheitrag, der auf das Jahr 1943 zurückschaut, schreibt sie von „Heulanfällen“, Einsamkeit und dem „langsame[n] Einsehen der Fehler“ (S.204). Auch schreibt sie davon, dass sie reifer wird, letztendlich aber doch eine Rolle spielt. Anne fühlt sich oft missverstanden und nicht ernst genommen, auch von den eigenen Eltern, besonders aber von der Mutter. Deshalb wünscht sie sich des Öfteren eine andere Mutter, Schwester, etc. ; Personen, mit denen sie reden kann und die sie verstehen. Auffällig ist auch, dass Anne, obwohl sie nicht fantasielos ist, Probleme hat, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Außerdem kann sie Anderen meist nicht vergeben, selbst wenn es sich dabei um Bagatellen handelt. Somit lehnt Anne z.B. einmal den Versuch ihrer Mutter ab, ihre Beziehung wieder etwas aufzubauen. Zwar schreibt sie, dass sie „etwas Schreckliches“ in ihrem „Sündenregister“ stehen habe (S.101) und fühlt sich somit auch schuldig, jedoch bleibt sie in solchen Situationen meist konsequent und hart.
Annes emotionales und soziales Verhalten ist zwar von Person zu Person verschieden, im Allgemeinen aber eher schwierig und negativ. Eine der wenigen Personen, zu der sie eine richtig gute Beziehung hat, ist ihr Vater. In einem Nachtrag von 1942 schreibt sie, dass er sie „vollkommen versteht“ (S.24). Ihr Vater nimmt sie oft in Schutz und versucht, Konflikte zu vermeiden, als kleines Kind verwöhnt er sie, auch nach eigenen Angaben, oft. Zu ihrer Mutter hat Anne ein eher schlechtes Verhältnis, das aber von Zeit zu Zeit etwas verschieden ist. Wie oben erwähnt, meint Anne, dass ihre Mutter sie nicht verstehen würde. Nach einem Streit schreibt sie, dass „die Liebe zwischen“ ihnen „wirklich verschwunden“ sei (S.102). Das Verhältnis zu ihrer Schwester ist v. a. zeitlich bedingt. Manchmal ist sie eifersüchtig auf Margots gute Schulnoten oder meint, die Eltern würden Margot bevorzugen. Andererseits  versteht sie sich manchmal auch sehr gut mit Margot und führt vertrauliche Gespräche mit ihr. Annes Beziehung zu Peter van Pels ist wohl eine der prägendsten während der Zeit im Hinterhaus. Während sie Peter am Anfang eher distanziert betrachtet, kommt sie ihm mit der Zeit immer näher. Wichtig hierbei ist, dass Peter der einzige Junge und mit Margot der sonst einzige Jugendliche im Versteck ist. Durch Gespräche, die sie mit den Erwachsenen nicht führen kann, kommt sie ihm immer näher, bis sich am Ende eine Liebe daraus entwickelt. Somit ist Anne eine Zeit lang wieder eher fröhlich und ihr ganzes Denken wird von Peter beherrscht.Zu den restlichen Mitbewohnern hat Anne ebenfalls eine sehr schlechte Beziehung - besonders zu Frau van Pels, Peters Mutter. Allgemein kann man sagen, dass Anne die meist schlechten Beziehungen zu ihren Mitmenschen zwar erkennt und bereut, letztendlich aber doch keine großen Bemühungen unternimmt, diese zu verbessern. In einem der letzten Einträge schreibt sie, dass sie Angst habe verspottet, zu werden und dass sie es nicht wolle, dass die anderen sie „sentimental finden“ (S.312), was sie in diesem Fall auch als Rechtfertigung benutzt, nichts an der Lage zu ändern.
Natürlich muss man berücksichtigen, dass Anne sich während der oft sehr schwierigen Zeit im Hinterhaus stark verändert und dass deswegen auch nicht alle Eigenschaften, etc. auf wirklich jeden Zeitraum zutreffen. Somit leidet z. B. Annes fröhliches und unbekümmertes Gemüht sehr darunter. Der niedrige Lebensstandard sorgt dafür, dass sie bescheidener wird. Auch wird sie mit der Zeit v.a. im Denken, jedoch weniger im Handeln reifer. Annes Hauptproblem ist jedoch, dass sie zwei Leben führt. In ihrem letzten Eintrag schreibt von zwei Seiten; von einer „oberflächliche[n] Seite“ und von einer „andere[n] und schönere[n] Seite“ (S. 312). Letztendlich führt sie zwei Leben; ihr äußeres und ihr inneres Verhalten sind völlig unterschiedlich, was sie oft bedrückt und ihr die Zeit im Hinterhaus oft, aber nicht immer, schwer macht.
Über Annes Zeit im Konzentrationslager Bergen-Belsen ist nur sehr wenig bekannt. Es geht jedoch aus den Berichten von einigen wenigen Überlebenden hervor, dass Anne zwar psychisch und physisch sehr leidet, sich jedoch trotzdem noch sehr  aufopfernd um Margot kümmert. Das zeigt, dass Anne in schwierigen Situationen doch bereit ist, zu helfen und dass sie ihre Haltung vom Ende des Tagebuches auf eine gewisse Art doch aufgeben kann und sich ändert. Anne stirbt Anfang März 1945, kurz vor Kriegsende, an Typhus.



Hinweis: Alle Seitenangaben beziehen sich ausschließlich auf die Ausgabe „Anne Frank Tagebuch“ des Anne
                    Frank-Fonds, Basel, die 1991 überarbeitet und mit einem Vor-und Nachwort beim Fischer Verlag
                     erschienen ist.




                                                                                                                                                                    von David Stolz

Sonntag, 24. Juni 2012


Hintergründe zum Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“:

 Berliner Drogenszene


In der Berliner Drogenszene,  dem Ort an dem sich Christiane F.‘s Jugend abgespielt hat, gibt es seit den 70-er Jahren einige Veränderungen. Beispiele hierfür sind die Szenenorte, die Drogen allgemein und die damit verbundene Anzahl der Drogentoten.

Die Berliner Drogenszene befand sich damals vor allem am Bahnhof Zoo, dem Sound, sowie auf der Hasenheide. Alles Orte, an denen sich Christiane häufig aufgehalten hat.
Der Bahnhof Zoo, damaliger Haupttreffpunkt für Heroinjunkies, ist zwar immer noch ein Problemgebiet, aber bei weitem nicht mehr das, was er zu Christianes Zeiten war. Schmuddelige Ecken und Toiletten findet man dort nicht mehr, dafür Videokameras, Wachschutz und Ladenpassagen. Zwar sind es nicht mehr 14 jährige Kinder, die sich am Bahnhof Zoo aufhalten, jedoch spielen Drogen, Prostitution, schwierige Familienverhältnisse und Zukunftsangst immer noch eine große Rolle. Das Sound, in den 70-er/80-er Jahren als „die modernste Diskothek Europas“ bezeichnet, befand sich in direkter Nähe zum Kurfürstendamm, dem damaligen „Babystrich“ und zog viele Freier an, die sich nach Mädchen oder Jungen umsahen. Außerdem gab es im Sound einen großen Drogenkonsum, weshalb die Diskothek letztendlich schließen musste. Die Hasenheide, ein Volkspark in Berlin-Neukölln, ist auch heute noch Treff- und Brennpunkt von Drogendealern und rivalisierenden Gruppen. Polizeieinsätze stehen hier auf der Tagesordnung.
Sowie einige Szeneorte verschwunden sind, sind natürlich auch neue entstanden. Das Kottbusser-Tor, der Alexanderplatz oder die U-Bahnlinie U8 sind Beispiele hierfür. Im Berliner Stadtteil Kreuzberg, rund um die U-Bahnhofstation Kottbusser-Tor, dem gleichnamigen Platz und dem Sozialblock „Zentrum Kreuzberg“ trifft man auf immer mehr Junkies. Die Szene scheint sich verlagert zu haben und noch sichtbarer geworden zu sein, nachdem 2008 ein leer stehendes Parkhaus, das Drogenabhängige als Schlafplatz genutzt haben, geschlossen wurde. In der Nähe des Kottbusser-Tors bietet eine Einrichtung für Abhängige saubere Nadeln, steriles Wasser und Pfännchen, um den Junkies wenigstens mit hygienischem Spritzbesteck zu helfen.  Anscheinend soll sich Christiane F. an der Kreuzberger-Drogenszene aufgehalten haben, wie ihr Ex-Freund einer Boulevardzeitung mitteilte. Auch der Wohnblock am Alexanderplatz ist ein Junkietreffpunkt geworden, nachdem sie vom Alexanderplatz vertrieben wurde. Selbst die vielen Wachmänner können die Junkies und Dealer nicht kontrollieren, überall liegen gebrauchte Spritzen auf den Fensterbänken. Genauso die U-Bahnlinie U 8, die fest im Griff  von verschiedenen Dealerbanden ist. Die U8 verbindet Neukölln, Kreuzberg, Berlinmitte, Wedding und Reinickendorf. Dealer handeln ungestört und offen auf den Bahnhöfen, Treffen werden per Handy ausgemacht. Die Fahrkartenkontrolleure sind machtlos gegen sie, solang sie Tickets besitzen.


Vergleicht man die  Drogentoten von den 80-er Jahren mit denen von heute, ist eine klare Steigerung zu sehen. Im Jahr 1982 gab es 383 Drogentote und im Jahr 2010 waren es 1.273 (Zahlen auf ganz Deutschland bezogen), wobei auch das Durchschnittsalter seit den 70-er Jahren stetig angestiegen ist. Derzeit lieg es bei 33,4 Jahren.
Dieser Anstieg hängt unter anderem von den Änderungen bei Drogen allgemein ab. Denn seit Mitte der 80-er Jahre sind immer mehr synthetische, also künstliche Drogen auf den Markt gekommen. Sie wirken wie Ecstasy oder Kokain und werden auch „Legal Highs“ genannt, da sie teilweise sogar legal zu beschaffen sind, kombiniert mit anderen legalen oder illegalen Drogen aber auch zum Tod führen. Das Problem dabei ist, dass die Konsumenten nicht wirklich wissen was sie zu sich nehmen und die synthetischen Drogen sich extrem schnell in ganz Europa verteilen. Im Vergleich zu Christiane F.‘s Zeiten sind diese heute schneller und einfacher zu bekommen, wie beispielweise über das Internet. Außerdem sind sie oft auch billiger, und hochwirksam. Die Drogen allgemein haben sich also weiterentwickelt und dadurch ist auch die Zahl der Drogentoten gestiegen.




Von: Katja