Donnerstag, 28. Juni 2012

Innerer Monolog von Ben Ros aus "Die Welle"

Innerer Monolog  von Mr. Ross aus „Die Welle“

Ich bin so ein Idiot!! Ich hätte es wissen müssen! Christy hatte von Anfang an Recht mit ihrer Skepsis gegenüber diesem Experiment, aber es war einfach zu verlockend es nur noch ein bisschen weiter auszutesten, doch auch ICH mache Fehler, auch ICH bin nur ein Mensch, nicht nur ein Lehrer, der alles richtig macht und auf alles eine Antwort hat!
Ich weiß, dass ich einen großen Fehler gemacht habe und nicht an die Konsequenzen, die dieses Experiment mit sich bringen könnte, gedacht habe... Doch was ist mit den Schülern, haben sie das gelernt was ich beabsichtigt hatte?
Ich wollte doch so sehr, dass sie daraus lernen… Einige von ihnen waren schon sehr enttäuscht... Hoffentlich haben sie jetzt verstanden, dass so eine Diktatur, wie die von Hitler, zu welcher es an UNSERER Schule  auch beinahe gekommen wäre, NIE wieder vorkommen darf...
Es macht mir Angst, dass sich die ganze Zeit über NIEMAND gegen das Experiment gewehrt und etwas dagegen unternommen hat... Es war erschreckend und gleichzeitig faszinierend, wie einfach es war, die Schüler zu manipulieren und von den Vorstellungen einer Diktatur zu überzeugen...
Ich muss jedoch auch gestehen, dass mir die Rolle als Diktator nicht nur unangenehm war, ja sogar erschreckenderweise teilweise gefallen hat... Ich habe jetzt also am eigenen Leib erfahren, wie verlockend Macht sein kann...
Ich mache mir nur noch Sorgen um Robert. Er wird der einzige Verlierer bei der ganzen Sache sein. Ich denke ich werde mich mit ihm beschäftigen müssen und ihm klar machen, dass es auch andere Wege gibt, sich in die Gesellschaft zu integrieren oder Ansehen zu gewinnen.
Hmm…--- Ich muss mir unbedingt etwas einfallen lassen, wie ich die Schüler wieder an das normale Schulleben heranführen könnte. Es ist ja klar, dass nicht von jetzt auf nachher alles wieder vergessen sein kann und dass dies den ehemalig engagierten Wellenmitgliedern schwer fallen wird.
Mist! Hoffentlich können mir die Eltern und Lehrer verzeihen…
Ich werde mich verdammt nochmal anstrengen müssen, das Vertrauen wieder aufzubauen... Oh Gott! -- Da kommt wohl noch eine Menge Arbeit auf mich zu... Aber ich bin ja auch selbst daran schuld...
Wenn ich doch nur die leiseste Ahnung gehabt hätte, welche Auswirkungen das alles haben würde…!


Charakterisierung  Ben Ross – Die Welle

Ben Ross ist ein junger, engagierter Lehrer, der seit zwei Jahren  an der Gordon High School Geschichte unterrichtet. Er hat braunwelliges Haar und trägt auch während der Arbeit legere Kleidung, also keinen Anzug und Krawatte und unterscheidet sich dadurch von den anderen, älteren Lehrern.
Er ist zwar technisch sehr ungeschickt, doch in seinem Beruf ist er sehr engagiert. Durch seine besonderen Lehrmethoden, die den Schülern gut gefallen, sind viele der anderen Lehrer ihm gegenüber skeptisch. Dabei neigt er dazu, sich in die Umsetzung seiner Ideen hineinzusteigern. Er gestaltet seinen Unterrichtsstoff sehr anschaulich und versucht seinen Schülern die Themen nahe zu bringen. Andere Lehrer finden jedoch, dass er übereifrig, naiv und zu jung ist.
Er ist großzügig, wenn es um die Schüler geht, die sehr häufig ihre Hausaufgaben vergessen, aber kleinlich, wenn es um die Ordentlichkeit (wie z.B. das Arbeitsmaterial) geht. Ben ist ein sehr schülerorientierter Lehrer, der sich gern um die Probleme der Schüler, zum Beispiel Robert Billings, einem Problemschüler, kümmert.
Als er mit der 10. Klasse das Thema „Nationalsozialismus in Deutschland“ durchnimmt und  die Schüler sagen, dass sie nicht daran glauben, dass so eine Führerherrschaft heute noch möglich wäre, kommt er auf die Idee ein Experiment durchzuführen, um ihnen zu beweisen, dass es heutzutage doch noch möglich wäre.  Er nennt dieses Experiment  „die Welle“ und führt einige Grundsätze ein, wie zum Beispiel „Macht durch Disziplin“.
Bei diesem Experiment will er in seiner Klasse eine Gemeinschaft gründen, die nach bestimmten Regeln und Leitsätzen handelt. Als er dieses Experiment startet, sind seine Schüler davon so begeistert, dass sie jedem Schüler der Gordon High davon erzählen und so besteht die Welle später fast aus den gesamten Schülern der Gordon High School. Schüler, die nicht dazu gehören wollen, werden diskriminiert.
Durch seine Autorität wird er immer mehr zum Führer der Welle und bekommt sehr viel Macht, die er als positiven Einfluss auf die Schüler sieht. Er hat selbst einen eigenen ,,Leibwächter'',  den Robert verkörpert.
Ben Ross ist ein junger Mann, mit viel Kreativität und Zielstrebigkeit. Wenn er sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, versucht er alles, um dies zu erreichen. Aus diesem Grund wächst ihm auch das Experiment „die Welle“ über den Kopf, doch er will es einfach nicht wahrhaben. Obwohl seine Frau ihn davor warnt, dass das ganze Experiment  zu scheitern droht, glaubt er immer noch alles im Griff zu haben.
Doch irgendwie gefällt es ihm auch, eine so große Macht zu besitzen.  Vor allem gefällt ihm, dass er von niemandem mehr abhängig ist, sondern alle anderen von ihm abhängig sind. Er ist die wichtigste Person, doch auch er merkt, wie machtbesessen man werden kann.
Die Welle verselbstständigt sich immer mehr und gleitet Ben aus den Händen. Er nimmt die Veränderung wahr, doch findet er nicht den Mut sie zu beenden. Als dann Schüler, die der Welle nicht beitreten wollen, von Wellenmitgliedern nicht nur diskriminiert werden, sondern sogar geschlagen werden, merkt er schließlich doch noch, dass das Experiment langsam aus dem Ruder läuft und dass er etwas unternehmen muss, bevor noch viel schlimmere Dinge passieren.
Doch bevor das ganze tatsächlich eskaliert, setzt er den Schlussstrich und löst „die Welle“ auf.

Charakterisierung Christiane F.- "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo"

Charakterisierung Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo




Christiane F., die Hauptperson aus dem Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ ist nicht irgendeine fiktive Person, sondern eine Frau, deren „Drogenkarriere“ im Jungen Alter wiedergegeben wird. Sie wurde am 20. Mai 1962 in einem Dorf in der Nähe von Hamburg geboren. Sie ist sehr tierlieb und hat auch einige Haustiere. Sie lebt das Leben, eines völlig normalen Kindes, bis sich ihr Leben schlagartig mit dem Umzug nach Berlin ändert.  Heute ist die 45-jährige „clean“, nachdem sie jahrelang immer wieder rückfällig war. Christiane F. war ungefähr zehn Jahre alt, als sie nach Berlin kommt und somit ungefähr zehn Jahre alt, als ihr Absturz begann. Weil sie aus einem Bauerndorf kommt unterscheidet sie sich zunächst vom Aussehen der anderen Kindern aus Berlin. Dennoch ist sie recht hübsch und hat langes, dunkles Haar. Nach einiger Zeit in der Großstadt und im Drogenleben, verändert sie sich und ihren Kleidungsstil. Um auf dem Strich am Bahnhof Zoo nicht aus der Masse der anderen Huren und Fixern herauszustechen, kleidet sie sich mit „Nuttenkleidung“ und trägt Absatzstiefel. Durch ihr kindliches Aussehen und weil sie nach langem Heroinkonsum, noch nicht so heruntergekommen wie die anderen Fixer aussieht, ist sie bei den Freiern sehr beliebt.
Um von den anderen Jugendlichen aus Berlin anerkannt zu werden, legt sie nimmt sie Kraft auch von ihren Haustieren, ihrem Hund und ihrem Kater, zu denen sie eine gute Bindung hat. Als jedoch ihr Vater ihre Tiere weggibt," bricht für sie eine halbe Welt zusammen". Das Benehmen, welches sie aus ihrem Heimatdorf gewohnt ist ab und versucht mit allen Mitteln anerkannt zu werden und in eine der Cliquen -in welcher sie auch das erste mal an zunächst leichte Drogen wie Haschisch gerät- zu kommen. Nebenbei versucht sie nicht nur Anerkennung zu bekommen, sondern auch ihre eigenen Probleme wie die Alkoholsucht des Vaters und die Armut der Familie zu verarbeiten. Im Laufe ihrer „Drogenkarriere“ wird sie zunehmend nicht nur von Drogen abhängig. Zu Anfang  Sie ist zu schwach, um sich gegen die Drogen und den schlechten Freundeskreis zu wehren, jedoch startet sie immer wieder Anläufe sich mit eigener Kraft aus dem Schlamassel zu ziehen. Hoffnung und Durchhaltevermögen, fand sie letztendlich nur bei ihrem langjährigen Freund Detlef, der sie obwohl er ebenfalls Heroinabhängig ist unterstützt.  In ihrer Verzweiflung versucht sie immer wieder mit Therapien auf einen besseren Weg zu kommen und träumt mit Detlef zusammen von einem besseren Leben nach dem Entzug. Um an das „H“ zu gelangen, wird ihr alles andere egal, sie kämpft nur noch für das Dope. Dafür überwindet sie sogar ihre große Abneigung gegen das „Anschaffen“, was eine Zeit lang nur Detlef tat.  Zum Ende des Buches, wird die Verzweiflung so weit getrieben, dass sie sich den „goldenen Schuss“ setzen will, und sich damit das Leben nehmen will. Das gelingt ihr allerdings nicht, worüber sie im Nachhinein sehr froh ist. Als sie nach einer weiteren gescheiterten Therapie wieder ausreißt, sieht ihre Mutter keinen anderen Ausweg, als sie nach Norddeutschland, zu ihren Großeltern aufs Land zu schicken. Dort verändert sie sich wieder sehr. Sie wird sehr verschlossen und hat Jungs gegenüber Angst, eine tiefere Bindung einzugehen – womöglich, aufgrund ihrer Erfahrungen auf dem Kinderstrich am Bahnhof Zoo. Sie hat sehr Angst, wieder zurück in die Drogen Szene zu rutschen, was sichtbar wird, als sie in Hamburg beim Einkaufen vor der Szene davon rennt. Sie träumt weiterhin von Freiheit und einem besseren Leben, weshalb sie sich auch mehr auf die Schule, die sie wegen ihrer Schulakte aus der Schule in Berlin wechseln muss, konzentriert.
Neben Charaktereigenschaften, die sich während des Buches aufgrund ihres „Absturzes“ verändern, gibt es auch Charakterzüge, die sich durch das Buch ziehen. Christiane F. ist ihre gesamte Kindheit auf der Suche nach Freunden und vor allem nach Liebe, von der sie in ihrer Familie keine bekommen hat. Außerdem ist sie immer auf der Suche nach Anerkennung ihrer Freunde, worauf sie sich auch auf alle möglichen Aktionen einlässt.

Erläuterung der Begriffe - "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo"


Erläuterung der Begriffe des Buches
"Wir Kinder vom Bahnhof Zoo"


Gropiusstadt: sozialschwaches Gebiet in Berlin
Dope:              Überbegriff aller Drogen
Shit:                 Haschisch (Einstiegsdroge)
H:                     Heroin (Harte Droge)
Druck setzen: Mit Spritze H in die Venen zuführen
sniefen:           Pulver (Droge) in die Nase einziehen
Fixer:               Heroinabhängiger
Szene:            Ort des Drogenhandels
Turkey:            Zustand mit Entzugserscheinungen bei Rauschgiftsüchtigen
Freier:             Person die für sexuelle Dienstleistungen bezahlt
anschaffen:     auf den Strich gehen


Carla, Jorina, Katja und Ann-Sophie

Innerer Monolog von Anne Frank auf dem Weg ins Hinterhaus

Ist das denn ein Leben? Wie die Schwerverbrecher müssen wir unsere alte Existenz aufgeben, um uns eine neue aufzubauen. Fernab von unseren Freunden und von denen, die wir lieben. Wir sind in der selben Stadt und doch trennen uns Welten. Wir wussten, dass es so kommen würde, aber konnten wir wissen, dass es so bald kommen würde? Die Straße unter unseren Füßen, die Häuser an unserer Seite, der Himmel über uns, wann werden wir das alles wiedersehen? Wann werde ich den lieblichen Klang der Vögel wieder hören, die mir am Morgen so schön singen? Ach, wie sehr wünschte ich, es müsste nicht sein. Ich kann nicht glauben, dass dies mein Schicksal sein soll. Aber, wie schwer wird es mir fallen, mich in meine neue Heimat einzugewöhnen. Ich bin ein sehr lebhaftes Mädchen und ich weiß, dass ich meine Beine kaum stillhalten kann. Und Mohrchen, mein liebes Mohrchen! Wie konnte ich dich nur zurücklassen? Aber Pim meinte, es muss sein. Will man mir denn jegliche Lebensfreude nehmen?... Nein, ich darf mich nicht unterkriegen lassen! Ich darf die Hoffnung nicht aufgeben! Wenn wir die Hoffnung verlieren in diesen dunklen Zeiten, sind wir verloren und werden nie das Ende des düsteren Tunnels erreichen, der unser Leben ist. Doch wie, wie frage ich? Die Antwort weiß nur der Herr allein, und ich vertraue auf ihn. Ich vertraue darauf, dass er mich trägt und hält, dass er bei mir ist, selbst in diesen noch so schweren Zeiten. Wenn das eine endet, beginnt etwas anderes. Vielleicht ist dies die einzige Chance, die wir haben, um zu überleben. Ich weiß, ich darf mich nicht beschweren, denn eigentlich haben wir es gut, wir konnten uns retten. Für so viele ist es zu spät! Auch wenn ich nicht weiß, wohin mich der Weg des Herrn führt, ich bin bereit, ihn zu gehen. Denn was bleibt mir anderes? Einzig die Hoffnung bleibt!

Hintergrundinformationen Anne Frank Tagebuch

Historischer Hintergrund:
Als Anne Frank im Juni 1929 in Frankfurt geboren wurde, waren die Nationalsozialisten noch eine Kleinpartei, die Grundlagen für ihren Erfolg waren jedoch schon gelegt. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten und dem Beginn der antijüdischen Maßnahmen flüchtete die Familie Frank wie viele andere deutsche Juden und ließ sich in Amsterdam nieder. Anfangs hatten die Nationalsozialisten nicht viele Anhänger in Holland, was sich allerdings änderte als die Regierung das Land für Flüchtlinge dicht machte und die Niederlande von Deutschen überrannt wurde. Dort wurde nun auch die „Endlösung der Judenfrage“ in die Wege geleitet. Da die ganze Familie in ständiger Angst gelebt hatte (S.21, Z.16 „Jacque sagt immer zu mir: ‚Ich traue mich nichts mehr zu machen, ich habe Angst, dass es nicht erlaubt ist.‘“) und Annes Schwester Margot schließlich einen Aufruf zur Deportation in ein Arbeitslager erhalten hatte, suchte die Familie wieder einen Ausweg und tauchte 1942 in einem vorbereiteten  Versteck mit vier anderen Juden in dem Hinterhaus einer Gewürzfabrik (Haus Prinsengracht 263) unter.
Ein wichtiger Tag im 2. Weltkrieg, den Anne in ihrem Tagebuch mehrmals als „Invasion“ (z.B. S.283, Z.2) anspricht, ist der 06.Juni 1944, als die Alliierten in der französischen Normandie landeten. Dieser Tag wurde „D-day“ genannt, da man ein betontes „the“ im Englischen mit einem „i“ ausspricht (S.290, Z.21f. „‘This is D-day‘, sagt um zwölf Uhr das englische Radio, und mit Recht! ‚This ist the day‘, die Invasion hat begonnen!“).
1944 wurde das Versteck der Familie verraten, doch bist jetzt ist noch nicht geklärt, wer es war, obwohl es mehrere Verdächtige gab, welche dies aber abstritten. Von den acht festgenommenen Versteckten überlebte nur Otto Frank. Anne und ihre Schwester Margot starben im KZ Bergen-Belsen im März 1945 an Typhus und deren Mutter, Edith Frank, starb am 6.Januar 1945 im Frauenlager Auschwitz-Birkenau an Hunger und Erschöpfung.
 
Hintergrund zum Tagebuch:
Zu ihrem 13. Geburtstag erhielt Anne Frank am 12. Juni 1942 ihr in rotweißen Stoff eingebundenes und mit einem kleinen Schloss an der Vorderseite versehenes Tagebuch, welches sie ihrem Vater einige Tage zuvor in einem Schaufenster gezeigt hatte. Von dort an führte sie bis zum 1. August 1944 Tagebuch, anfänglich in der Wohnung am Merwedeplein, den größten Teil aber im Hinterhaus in Amsterdam. Sie schrieb ihre Einträge in Briefform, welche sie an verschiedene Mädchennamen adressierte (S.20, Z.7f. „ich will dieses Tagebuch die Freundin selbst sein lassen, und diese Freundin heißt Kitty“). Das Originaltagebuch ist auf Niederländisch geschrieben und trägt den Titel „Het Achterhuis“ (deutsch: „Das Hinterhaus“).
Nach der Festnahme Anne Franks und ihrer Familie fand Miep Gies, die den Versteckten immer geholfen hatte und im Gegensatz zu den Firmenmitarbeitern Kugler und Kleiman nicht von den Nationalsozialisten verhaftet wurde, das Tagebuch und weitere Hefte und zahllose Blätter, welche Anne Frank beschrieben hatte, als ihr Tagebuch voll war. Miep überlieferte sie nach Annes Tod ungelesen deren Vater.

Es existieren drei verschiedene Fassungen der Tagebücher: Annes ursprüngliches Tagebuch wird als Fassung A bezeichnet. Diese überarbeitete sie jedoch auf 324 Einzelblättern um sie später zu veröffentlichen (Fassung B). Das Manuskript umfasst drei Bände. Der erste Teil reicht vom 12. Juni 1942 bis zum 5. Dezember 1942. Da der zweite Teil jedoch erst über ein Jahr später beginnt und bis zum 17. April 1944 reicht, ist zu vermuten, dass die Aufzeichnungen von Dezember 1942 bis Dezember 1943 verloren gegangen sind. Allerdings wird der fehlende Teil durch die von Anne überarbeitete Version abgedeckt. Der letzte Teil enthält die Einträge vom 17. April bis zum 1. August 1944. Anne Franks Vater, Otto Frank, welcher nach ihrem Tod diese Dokumente aufbewahrte, schrieb die erste veröffentlichte Ausgabe (Fassung C), in welcher er die beiden Fassungen von Anne verkürzte und einige Passagen über Mitversteckte wegließ um zum Beispiel das Andenken an seine verstorbene Frau zu wahren, der Anne in ihrem Tagebuch viele Vorwürfe macht, sie vernachlässigt zu haben und ihr keine gute Mutter gewesen zu sein.

Seit der Veröffentlichung des Tagebuchs kamen ständig wiederholte Zweifel an der Echtheit dieser Aufschriebe auf, welche oft als Zeitdokumente des Holocausts bestritten wurden. Diese Holocaustleugnung ist seit den 1950er Jahren in mehreren europäischen Staaten, sowie auch in Deutschland, als Beleidigung des Andenkens Verstorbener, strafbar. 1986 veröffentlichte das Niederländische Staatliche Institut für Kriegsdokumentation eine wissenschaftliche Untersuchung, welche die Echtheit des Tagebuchs belegte. Dafür wurden Handschriften, Papier, Leim, Tinte, etc. untersucht. Da es jedoch immer noch öffentliche Beschuldigungen gab, beantragte im Dezember 1993 das Amsterdamer Anne-Frank-Haus und der Basler Anne-Frank-Fonds, die Verbreitung von derartigen Beschuldigungen zu verbieten, worauf das Amsterdamer Bezirksgericht am 9. Dezember 1998 entschied, es sei verboten, die Echtheit des Tagebuchs weiter öffentlich zu leugnen, und setzte eine Geldstrafe von 25.000 Gulden für jede Zuwiderhandlung an.

Heute befindet sich das Tagebuch in Amsterdam bei der deutschen Partnerorganisation des Anne-Frank-Hauses in der Ausstellung „Anne Frank. hier & heute“.

Hintergrundinformationen – Die Welle (von Annika)



Der Autor Todd Strasser

Todd Strasser, alias Morton Rhue:

Todd Strasser wurde am 5. Mai 1950 in New York City geboren und verbrachte seine gesamte Kindheit auf Long Island. Nach seiner Schulzeit begann er zu studieren, aber er brach das College bald wieder ab und ging nach Europa und verdiente sein Geld als Straßenmusikant. Doch bald schon kehrte er in die USA zurück und begann Literatur zu studieren und machte diesmal einen Abschluss. Daraufhin arbeitete er einige Jahre als Zeitungsreporter und Werbetexter. Schon damals hat er viele Kurzgeschichten für verschiedene Zeitungen geschrieben, aber erst durch seine Erzählung  „Angel Dust Blues“ verdiente er wirklich viel Geld. Von diesem Geld kaufte Glückskeksfabrik und konnte durch deren Gewinn 12 Jahre leben. In den USA wurde er auch durch seine vielen Jugendromane bekannt, in denen er viele realistische Themen, wie z. B. Nationalsozialismus (wie in „Die Welle“), Cybermobbing, etc. anspricht.
In Deutschland hat ihn in erster Linie sein Buch „die Welle“ bekannt gemacht.
Todd Strasser ist mit Pamela Older verheiratet und hat mit ihr 2 Kinder.
Heute ist er 62 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in New York.


Das Experiment „The Third Wave“

Der Lehrer Ron Jones führte im April 1967 an der Cubberley High School in Palo Alto, eine Stadt in Kalifornien südlich von San Francisco, ein Experiment durch. An diesem Experiment, dessen Auslöser Aussagen der Schüler („Verhaltensformen des Nationalsozialismus können bei uns nicht vorkommen“) waren,  nahmen sowohl Schüler als auch Lehrer teil.
Das Experiment diente als Vorlage für den Roman „Die Welle“, folglich ist der Aufbau der zwei Experimente ziemlich gleich.

Auszüge aus dem Interview mit Ron Jones:
 „Am ersten Tag hatte ich noch alles genau durchgeplant – ich wollte ja eine engagierte Diskussion Provozieren und damit dann das Experiment beenden. Als ich am zweiten Tag die Klasse betrat, saßen alle in dieser merkwürdig disziplinierten Haltung vor mir und baten mich, weiter zu machen…“
„Es gab gegen Ende des Experiments tatsächlich Momente, da fühlte ich mich schon als Diktator…“
„Ich wollte, dass die Schüler erfahren, wie es damals in Deutschland zuging. Sie sollten aber nicht nur etwas darüber lesen, sondern selbst erleben, was es heißt, zum Beispiel gleichzeitig aufzuspringen und irgendetwas zu brüllen…“


„Ich hätte abrupt aufhören können, was jeden völlig aus dem Gleichgewicht gebracht hätte, oder ich hätte weitermachen können.“


Der Film „Die Welle“

Der Film „Die Welle“ erschien im Jahr 2008. Dennis Gansel schrieb das Drehbuch und führte außerdem Regie. Als Vorlage für den Film diente nicht etwa das Buch „Die Welle“, sondern das Experiment The Third Wave. Da das Buch aber auch auf diesem Experiment basiert, ist die Handlung ungefähr dieselbe, jedoch spielt der Film in Deutschland und die Rollen wurden mit deutschen Schauspielern besetzt. Ein anderer Unterschied zum Buch und zum Experiment ist, dass der Film ein weitaus dramatischeres Ende hat.




Quellen:


Das Buch „Die Welle“